Thursday, May 10, 2012

Die Geschichte einer Freundschaft

In der dritten oder vierten Klasse ist mir aufgefallen, dass in meiner Parallelklasse jemand ist, der den selben Namen, wie ich hat. Das fand ich damals voll cool und wollte unbedingt mit ihm befreundet sein, weil ich immer glaubte, dass mein Name relativ selten ist. Ich bin immer wieder zu ihm hin und habe ihn gefragt, ob wir mal was machen würden. Irgendwann habe ich es so weit gebracht, dass er mir seine Nummer gegeben hat und dann habe ich angerufen. Er ging ran und hat dann aber gesagt, dass er keine Zeit habe, was ich schade fand. Also fragte ich, ob wir wann anders mal was machen wollen und er meinte nur, dass er gerne mal was machen würde. Eine Gamecube hatte er auch und weil ich bis auf einen Gameboy sonst noch nie eine Konsole hatte, wollte ich unbedingt damit spielen. Aber daraus wurde irgendwie nichts, ich bin an die Realschule gekommen und er ans Gymnasium, also sind wir auseinander gegangen und eine Nummer hatte ich auch nicht mehr.
Dann habe ich ihn glaube ich vergessen. Also nicht direkt, ich hätte ihn sofort wiedererkannt, aber er kam mir nicht mehr in den Kopf und ich dachte auch nicht mehr über ihn nach. Er war einfach... weg.
Weg, bis wir uns in der 6. Klasse wieder getroffen haben. Damals habe ich Judo gemacht und er kam in die Sporthalle und ich bin sofort zu ihm gelaufen und habe ihn begrüßt und er hat mich auch erkannt. Obwohl wir ganze zwei Jahre lang nichts von uns gehört haben, da sprang er mir sofort wieder in den Kopf. Wenig später machten wir dann auch mal was aus, aber dieses Mal ging er nicht ans Telefon. Es lief ungefähr so ab:
"Hallo, hier ist der Adrian, kann ich bitte den Adrian sprechen?"
"Wer ist da? Der Adrian?"
"Ja, ich heiße auch so."
"Ach wie lustig, einen Moment. Ich geb ihn dir."
Bis sich dann alle in seiner Familie daran gewöhnt hatten, lief es so gut wie immer so ab. Einmal ist das hier passiert.
"Hi, hier ist Adrian, ist Adrian da?"
"Adrian! Verarsch mich nicht!"
Und dann hat seine Schwester aufgelegt... Später habe ich dann nochmal angerufen und meinen vollen Namen gesagt, danach hat sie mich weitergereicht. Ein wenig peinlich war es ihr glaube ich auch.

Aber seit dem Treffen vor 4 Jahren im Judo sind wir unzertrennlich. Wir sind die besten Freunde und er sitzt ganz vorne mit mir im Zug. Nur ein Mal hatten wir richten Stress, was die Geschichte mit dem Lügen ist. Er ist nämlich "Freund A"
Wir machen so oft was zusammen, wir reden jeden Tag und schreiben sowieso die ganze Zeit. Wenn wir was machen, bis ich meistens bei ihm, weil er zu faul ist zu mir hoch zu fahren. Macht mir aber nichts aus, ich fühle mich bei ihm schon so ziemlich zu Haue.
Am Anfang lief es immer so, dass ich höflich gefragt habe, ob ich was zu essen haben darf. Heute erwartet er von mir, dass ich in die Küche gehe und mir einfach irgendwas mache, wenn ich hunger habe. Manchmal soll ich ihm auch was machen.
Am Anfang war es immer so, dass komische Gespräche am Telefon mit seinen Eltern oder Geschwistern entstanden sind, heute ist die eine Schwester schon kurz vor seinem Zimmer, wenn sie ans Telefon geht und sagt: "Ja, ich geb ihn dir." Manchmal will sie auch gar nicht runter laufen und beschwert sich. Bei seinem Vater muss ich nur sagen, dass ich es bin, wenn ich weiter rede, unterbricht er mich und sagt: "Ja, ich geb dich weiter." Bei seiner Mutter ist es das selbe und seine andere Schwester lässt mich als einzige ausreden.
Am Anfang haben wir immer bestimmte Tage mit bestimmten Uhrzeiten ausgemacht, heute ruf ich meistens an und sag, dass ich in 30 Minuten da bin. Manchmal kommt von ihm dann, dass ich noch warten soll, aber meistens läuft es darauf raus, dass ich in 30 Minuten vor seiner Tür stehe.
Am Anfang haben wir nicht so oft telefoniert und ich hab nicht so oft was mit ihm gemacht. Heute mache ich fast nur noch was mit ihm.
Am Anfang fanden es seine Geschwister und Eltern immer lustig, dass ich den gleichen Namen habe, heute ist es ganz normal und nichts besonderes.
Am Anfang bin ich fast nie zum Essen geblieben und wenn, saß ich immer ganz schüchtern da. Heute wird immer viel geredet und gelacht, wenn wir essen und ich bleibe fast immer da. Seine Eltern kochen einfach gut.


Was soll ich noch sagen? Ah, eins noch!
Hat das lesen Spaß gemacht Adrian ;-)?

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