Wir haben heute in Pädagogik einen Ausschnitt aus dem Buch "Wind, Sand und Meer" von Antoine de Saint-Exupéry gelesen.
Es ging um einen Mann, der durch einen Zug läuft und sich die Passagiere anguckt, welche polnische Arbeiter sind, die aus Frankreich abgeschoben worden sind. Er sieht ein kleines Kind schlafen und beschreibt den Kopf als Musikerkopf, es wäre Mozart als Kind. Aber Mozart ist zum Tode verurteilt und am Ende ärgert er sich darüber, dass in jedem Menschen etwas von einem ermordeten Mozart steckt.
Wieso ist Mozart zum Tode verurteilt? Weil das Kind von seinen Eltern nie so gefördert werden kann, dass es sein eventuelles Talent für die Musik nutzen kann. Da den Eltern die finanziellen Mittel fehlen, wird das Kind keine Musikschule besuchen, es wird keinen Musikunterricht bekommen und auch wahrscheinlich kein Instrument spielen. Eben dadurch, dass es in eine finanziell schwache Familie geboren wird, die das Kind nicht fördern kann, wie es eventuell von Vorteil für das Kind wäre.
Deswegen steckt auch in jedem Menschen etwas von einem ermordeten Mozart, weil wegen mangelnder Förderung nie alle verborgenen Talente entdeckt werden können. Und genau da hab ich mich was gefragt. Steckt da in mir auch dieser ermordete Mozart und weiß ich vielleicht auch, wieso der da ist und welches Talent ermordet wurde? -Teilweise schon, ja.
Ich will hier mal in der Grundschule anfangen. Ich hatte damals schon so ein kleines Talent gute Geschichten zu schreiben, ich habe auch sehr gerne gelesen und hab es mir so ein bisschen angeeignet. Meine Lehrer waren immer total begeistert von dem, was ein Kind aus der zweiten oder dritten Klasse auf ein Stück Papier bringen kann. Ich hab dann immer wieder ganz gerne geschrieben, mir Überschriften geben lassen oder mir welche ausgedacht und dazu eine Geschichte geschrieben. Aber die waren meist nie länger als zwei oder höchsten drei Seiten. Bis ich dann in der 6. Klasse im Schullandheim mit einer langen Geschichte angefangen habe. Wir haben alle schon Pläne darüber gemacht, wie man gute Bilder einfügen könnte und wie viele Seiten am Ende dabei raus kommen. Es wurden nie mehr als etwas über 100, ich hab das "Buch" verloren. Schade eigentlich, ich mein so in der 6. Klasse mal eben so viel per Hand schreiben ist schon beeindruckend.
Dann kam fast zwei Jahre lang so gut wie nichts. Ich hatte keine wirklichen Ideen für irgendwelche Geschichten, bis es dann wieder anfing, ich aber komischerweise immer über Tod und Mord geschrieben habe. Die Geschichten waren trotzdem bliebt bei denen, die sie gelesen haben und einer aus meiner Klasse wollte eine sogar verfilmen, dazu kam es aber nie. Jetzt kommt die Förderung ins Spiel, die vorgenommen werden sollte. Meine Eltern und meine Klassenlehrerin kamen auf die Idee mich auf eine Schule für junge Autoren zu schicken, welche gar nicht weit weg ist. Das war in der 9. Klasse, aber auch dazu kam es nicht. Ich wollte kurzzeitig wirklich Autor werden, aber dann habe ich es mir selbst anders überlegt. Es ist nicht so, dass sie Förderung nicht gekommen wäre, ich wollte es nur selber nicht mehr. Hätte ich zugestimmt wären vielleicht schon Bücher von mir veröffentlicht worden, wer weiß. Aber ich weiß, dass es auf keinen Fall schlecht für mich war, den Weg nicht zu gehen. Es gibt eben Möglichkeiten wie Sand am Meer und ich hab mir einen anderes Sandkorn ausgesucht.
Jetzt habe ich hier und da mal Ideen für Geschichten, aber Fantasy wie früher bekomme ich nicht mehr hin. Dadurch, dass ich fast nur noch Englische Bücher lese, kann ich es im Deutschen nicht mehr richtig formulieren und es hört sich für mich nicht gut an. Aber auch wenn mir Kurzgeschichten einfallen, komme ich oft nicht zum schreiben, weil irgendwas blockiert und ich die Idee nicht ausschreiben kann, sie bleibt dann in Notizen in meinem Block.
Ich hab auch mal so aus Spaß reininterpretiert.
Kommt eventuell immer Mord, Tod etc. in meinen Geschichten vor, weil ich meinen Mozart selbst ermordet habe? Es ist nicht wegen mangelnder Förderung passiert, ich wollte die Förderung nicht.
Komische Frage, sie ist auch gar nicht ernst gemeint, kam mir nur in de Kopf.
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