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Ich öffne meine Augen und alles ist verschwommen. Puh was war das, ich hab doch wahrhaft geträumt das ich sterbe. Verrückt diese Träume, doch zum Glück sind sie nicht wahr, nur eine Projektion in unserem Kopf. Ich habe geträumt, dass ich am lebendigen Leibe verbrenne, schrecklicher Traum. Aber hier bin ich sicher, in meiner kleinen Wohnung. Ich habe mir schon immer überlegt, wie es ist, die Welt aus den Augen eines anderen zu sehen. Da draußen, der Mann, der den Krankenwagen fährt. Ich wundere mich, wie er die Welt in diesem Moment wahrnimmt, auf dem Weg zu einem Unfall, vielleicht sogar zu einem Tatort? Ich habe noch nie versucht, mich in andere Leute hinein zu versetzen, vielleicht bin ich gar nicht so schlecht darin. Ich sollte es mal ausprobieren. Jetzt?
Die Sirenen sind ohrenbetäubend, das blaue Licht blitzt immer wieder im Augenwinkel auf und verschwindet dann wieder. In solchen Situationen habe ich immer einen Tunnelblick, ich will nur ankommen und meinen Job machen, Leute retten. Ein großes Feuer in der Bahnofsstraße, zwei Häuser brennen und müssen davon abgehalten werden, noch mehr in Flammen zu stecken. Es gibt Verletzte, Tote. Die Flamen sind so heiß, dass es sich selbst von 50 Metern Entfernung so anfühlt, als wäre man direkt daneben. Es ist nicht auszuhalten. Ein Feuerwehrmann nach dem anderen kommt aus dem Haus gerannt. Die Flamen haben irgendwo im Dach angefangen und fressen sich am Haus herunter. Nebenan genauso. Ich höre ein kleines Mädchen nach Hilfe schreien, sie befindet sich im dritten Stock des Hauses. Schwarzer, dicker Rauch kommt aus den Fenstern wie ein Wasserfall. Ich höre eine Explosion, drehe mich zum zweiten Haus und sehe, wie Teile des Hauses durch die Luft geschleudert werden. Menschen schreien. Polizisten versuchen die Zuschauer noch weiter weg zu bekommen. Ich bin wie paralisiert, kann mich nicht bewegen. Stehe unter Schock. Ein großes Stück Holz kommt auf mich zugeflogen, mein Kollege schreit mich an, sagt mir ich solle mich endlich bewegen. Ich höre in seiner Stimme, wie er den Tränen nahe ist. Endlich schaffe ich es, meine Beine zu bewegen, aber es ist zu spät. Ich spüre, wie mich das spitze Stück durchbohrt. Direkt durch den Magen, durch meinen ganzen Unterkörper. Das Endstück schaut aus meinem Rücken heraus, aber ich fühle nichts mehr. Meine Sicht verschwimmt, ich falle zu Boden, Blut strömt aus mir heraus. Ich sehe nichts mehr, höre nichts mehr. Dunkelheit.
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