Sunday, January 12, 2014

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Ich öffne meine Augen und alles ist verschwommen. Puh, was war das, ich habe doch wahrhaft geträumt, dass ich sterbe. Verrückt diese Träume, doch zum Glück sind sie nicht wahr, nur eine Projektion in unserem Kopf. Ich habe geträumt, dass ich in einer Donnerwolke von Blitzen evaporiert wurde. Ha, wie soll ich denn bitte in eine Donnerwolke kommen? Was steht denn heute in der Zeitung, mal schauen. „Radiergummi schläft erneut zu. Gestern Abend wurden zwei Passanten und ein Auto vom Radiergummi wegradiert, welches seit seinem Auftauchen für Angst unter der Bevölkerung sorgt.“ Meine Güte, das ist sogar hier ums Eck passiert, hoffentlich kommt es nicht wieder. Ich will wirklich nicht wortwörtlich wegradiert werden, metaphorisch tut es schon genug weh. Seitdem sie mich verlassen hat, fühle ich mich irgendwie leer, war schon seit Wochen nicht mehr richtig draußen. Was ist das für ein Geräusch? Ich höre meinen Nachbarn durch den Gang rufen: „Raus hier! Es ist da, raus hier!“ Ich öffne meine Tür um zu sehen, von was er redet, aber es ist nichts zu sehen. Zwischen der Straße und meiner Haustür ist Leere, ein Nichts. Ich drehe mich um und sehe, wie um meine Wohnung herum alles verschwindet. Ich sehe das Radiergummi, wie es über den Boden wischt und alles mit sich nimmt. Es gibt keine Möglichkeit mehr für mich, zu entkommen. Wäre ich heute doch bloß direkt rausgegangen! Jetzt werde ich wohl nie wieder irgendwo hingehen. Das Radiergummi hat alles um mich herum wegradiert, ich sitze auf einer kleinen Insel und warte auf mein Ende, um mich herum nur Leere. Ich sehe draußen ein paar Polizisten, die wild auf das Radiergummi schießen und versuchen, es aufzuhalten. Es scheint aber nichts zu bringen, das Radiergummi macht einfach weiter, es kommt immer näher. Ich schreie, es radiert mir die Beine weg, dabei fühle ich keinen Schmerz. Ich blute auch nicht. Mein Körper wird einfach ein Teil des Nichts, bis ich komplett verschwunden bin.
 

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