Tuesday, September 18, 2012

"Ihr macht die Augen auch erst auf, wenn ihr sie zu macht."

Ich bin ziemlich oft in Stuttgart am Killesberg und da sind so Steine, auf denen Sprüche stehen. Über einen habe ich auch schon einen Eintrag geschrieben, den verlink ich mal hier.
Aber mir sind nie so alle Sprüche aufgefallen, immer nur ein paar. Vor einem oder zwei Monaten, habe ich dann wieder einen gelesen, den ich vorher noch nicht gesehen hatte: "Ihr macht die Augen auch erst auf, wenn ihr sie zu macht." Ich habe ziemlich lange über die Bedeutung des Spruches gerätselt, hab für mich aber nie so wirklich die richtige Interpretation gefunden. Dann hab ich mit einer Freundin drüber gesprochen und sie hat mir gesagt, dass er (der Spruch) unglaublich viele Interpretationen hat und man die nehmen soll, die einem am besten passt/gefällt.

1. Man macht die ganze Zeit etwas mit geschlossenen Augen, achtet also nicht so richtig auf das, was man macht. Macht es aber nicht unbedingt unbewusst, man ist sich nur der Folgen nicht bewusst. Ein Beispiel wäre, dass man die ganze Zeit jemanden nervt und dabei eben die Augen bei genau der Sache zu hat und sie automatisch macht. Im Schlaf sozusagen, aber wissend, dass man es tut. So halb zumindest, weil man mit geöffneten Augen merken würde, dass die Person richtig genervt ist und man lieber aufhören sollte. Aber man macht die Augen erst wieder auf, wenn man merkt, dass die Person irgendwie nicht mehr da ist. Man macht blind so lange weiter, bis die Person fehlt und man nicht mehr weiter machen kann. Dann wundert man sich, macht die Augen auf und weg ist sie. Nicht mehr da, weil man es zu weit getrieben hat.
- Diese Interpretation kam mir als erstes, hat aber nicht so ganz für mich gepasst, weil es heißt "man macht die Augen erst auf, wenn man sie zu macht". Sie sind also nicht die ganze Zeit geschlossen, wie es in dieser Interpretation ist. Dann kam mir die nächste.

2. Man merkt etwas oft oder meistens erst, wenn es zu spät ist. Man hat die Augen bei etwas nicht geschlossen, sondern geöffnet und macht dann weiter damit. Irgendwann wird es zur Routine und man schließt seine Augen, weil man denkt, dass es auch so gut weitergeht. Ist an dem Beispiel von der ersten Interpretation auch zu erklären, aber ich würde dafür was anderes nehmen. Wie ein Projekt, an dem man arbeitet und das einem eigentlich auch wichtig ist. Man nimmt es aber dann irgendwann auf die leichte Schulter und lässt es so halb links liegen, schenkt dem Projekt nicht mehr die volle Aufmerksamkeit und schließt seine Augen. Aber weil es die volle Aufmerksamkeit benötigt, müssen wir sie sofort wieder öffnen und dann ist es auch schon zu spät. Ein anderes Beispiel wäre gut, mir fällt aber sonst keins dazu ein.
- Die hat mir dann schon eher gepasst, aber auch noch nicht so ganz. Aber weil sie mir bis jetzt am besten gefällt, habe ich den Spruch in etwa so für mich interpretiert. Vielleicht schaffe ich es noch, mit jemandem drüber zu diskutieren und meine Ansicht ändert sich wieder.

Jetzt aber noch die Interpretation der Freundin, damit ich sie nicht auch Links liegen lasse.
"Ich habe es so verstanden, dass man mit geschlossenen Augen durchs Leben läuft. Vieles versäumt, verpasst oder gar Fehler begeht ohne es zu merken. Dann irgendwann merkt man, dass man Fehler begangen hat. Und mann merkt dass die Handlungen falsch waren und die Augen eigentlich nie richtig geschlossen waren."

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