Ich bin evangelisch getauft worden, glaube aber seit meiner Konfirmation nicht mehr an Gott. Meine Konfirmation hat meinen Glauben nicht gestärkt, sondern so sehr abgeschwächt, dass ich gar keinen Glauben mehr an Gott und den ganzen Kram in der Bibel habe (ich respektiere Gläubige trotzdem, ich glaub halt einfach nicht dran, mehr nicht!).
Bei der Konfirmation gibt es doch am Ende diese Feier da und dann bekommen die meisten ganz viel Geld, weswegen das viele überhaupt machen. Wegen dem Geld eben, weil einem das so von vielen gesagt wird. Da kommt dann die ganze Familie und von jedem gibt es einen 50er oder 100er. Man kauft sich dann einen Laptop und legt den Rest (weil immer noch mindestens 500€ übrigbleibt - jaja) auf die Bank und benutzt das Geld dann für den Führerschein oder sonstiges Zeug. Sicherlich. Ich hab bei meiner Konfirmation nichtmal 300€ zusammenbekommen. Ich hatte so um die 230€, ja auch viel keine Frage. Aber verglichen zu meinen Freunden so gut wie gar nichts. Bei denen gab es ernsthaft mal eben um die 1000€, weil die Familie schön großzügig ist. Aber meine Großeltern die hier leben haben nicht viel und meine anderen sind geizig und geben nichts her außer eine billige Uhr von Casio und einen 50er, so viel hab ich von meinen Nachbarn bekommen.
An dem Tag der Konfirmation und dem "Festessen" zuhause hat ein Freund von mir angerufen und wollte wissen, wie viel Geld ich bekommen habe. Bei ihm war ein alter Freund von mir und beide haben schon so ein bisschen gekichert und dann auch hinterndran gemeint: "Nicht so viel, oder?!" *kicherkicher* Weil ich in dem Moment enttäuscht war, habe ich gelogen und gesagt ich hätte 700€ bekommen. Beide haben gelacht und er meinte, dass er 1200€ bekommen hätte und dann hat er aufgelegt (heute ist er mein bester Freund und mir ist das jetzt auch egal). Ich habe jedem erzählt, dass ich 700€ bekommen habe und erst nach einem Jahr oder so habe ich dann mal irgendjemandem die Wahrheit gesagt. Ich habe gelogen, weil ich nicht so viel Geld bekommen habe, wie alle anderen und nicht arm dastehen wollte, dabei war ich damals 13.
Geld ist nicht das wichtigste im Leben und man sollte auch nicht damit rumprallen oder Lügen erzählen, wie viel man doch hätte. Man sollte sich mit dem zufrieden geben was man hat, wenn es auch nicht viel ist und auf sein Geld hinarbeiten und nicht erwarten, dass man alles von anderen bekommt. Meine Eltern geben mir fast gar kein Geld mehr, weil sie wissen, dass ich durch austragen und Nachhilfe geben erstmal genug verdiene. Ich komme aber auch mal einen Monat mit 5€ aus, ich muss mir nicht immer irgendwas rauslassen. Geld macht das Leben vielleicht irgendwo einfacher, wobei man darüber auch streiten kann. Aber man kann sich keine richtigen Freunde kaufen und was bringt einem das viele Geld, wenn man niemanden hat, mit dem man den Spaß teilen kann?
Ich wollte damals mehr Geld haben, weil alle anderen mehr Geld bekommen haben und habe deswegen Lügen erzählt.
Wenn ich jetzt pleite bin und nichts habe, dann sage ich es eben und komme mir dabei auch nicht dumm vor. Ich kann auch ohne Geld genügend Spaß haben. Meine Freunde sind richtige Freunde und nicht erkaufte.
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