Ich habe diesen einen "Ex-Lehrer", der meine Schwester (Klasse 5) für ein paar Wochen Mittags im Förderunterricht hatte und heute bekam er dann eine neue Gruppe. Da kam dann so eine Schülerin zu ihm vor und hat gefragt, ob er mich kenne und er hat es bejaht, woraufhin eine andere gefragt hat, wär ich denn bin. Die erste meinte dazu, dass ich schon voll alt wäre und schon fertig mit der Schule.
Also ich muss ja sagen, dass die kleine schon ein wenig Recht hat. Ich mit meinen 16 Jahren, gerade mit der Realschule fertig, macht in zwei Jahren sein Abi. Sollte doch mal schon an meine Altersvorsorge denken und was für meine Rente tun, die werd ich bestimmt bald brauchen. Ausfallende graue Haare, Falten im Gesicht und laufen geht auch nicht mehr so wie früher. Aufpassen Kinder, wenn man mit der Schule fertig ist, wird man ganz schnell alt, da ist das Leben vorbei.
So ungefähr sah meine Antwort aus, ein bisschen kürzer noch. Ich habe noch gesagt, dass es schon fast einen Blogeintrag wert wäre, hab dann aber was anderes gemacht und sitze jetzt an genau diesem Eintrag.
Man kann es so oder so sehen. Entweder das Leben beginnt erst, wenn man mit der Schule fertig ist, weil man mehr Freiheiten hat und das Geld um sich auch mehr zu leisten oder... man sieht es von der anderen Seite. Nämlich so, dass die Schule einem viele Freiheiten gibt, man zwar nicht das Geld für alles hat aber zumindest die Zeit für viel mehr Dinge, als wenn man dann im Berufsleben ist und zwar Geld hat aber keine Zeit es für die Dinge zu nutzen, die man sonst immer haben wollte.
So blöd ist der Gedanke also gar nicht, dass das Leben dann vorbei ist, aber wirklich realistisch ist er auch nur, wenn man das ganze total kritisch sieht und extrem vorsichtig mit seiner Zeit umgeht. Perfektionist vielleicht. Ich gehe mit meiner Zeit meistens sehr ungepflegt um und lasse mir lange Zeit, spare nicht, weil ich genug habe. Noch zumindest. Selbst wenn man arbeiten muss und nicht mehr in der Schule ist, ist das Leben nicht vorbei. Es läuft nur anders ab, man tut etwas für sein Geld und muss sich seine Zeit vielleicht ein bisschen besser einteilen, weil man auch nicht ewig viele Ferien hat. Wenn man sich dazu entscheidet Hartz IV Empfänger zu werden, dann kann man eventuell sagen, dass das Leben für einen vorbei ist.
"Man wird ganz schnell alt" - Alt kann man jetzt auch aus verschiedenen Perspektiven betrachten. Einmal das Alter, das im Ausweis steht und einmal das Alter, welches vom Verhalten und Verstand eines einzelnen ausgeht. Man altert an sich nicht schneller, weil das Jahr immer noch die selben Tage für einen arbeitenden hat, wie für einen Schüler, aber die Zeit geht vielleicht schneller oder langsamer für einen selbst um. Das kommt aber von einem selbst und hat nur bedingt etwas damit zu tun, welchen Weg man nach der Realschule einschlägt. Ich finde ja, dass das zweite Halbjahr an einem vorbeifliegt, während das erste ewig dauert. Das Alter des Verstands und des Verhaltens liegt bei einem selbst, das Umfeld trägt aber seinen großen Teil dazu bei und viele lassen sich so sehr von ihrem Umfeld leiten, dass es kein bisschen bei ihnen selbst liegt. Man kann sich jetzt aber darum streiten, ob die Schule oder der Beruf einen älter macht, da man in beiden Einrichtungen völlig unterschiedliches lernt und es sich nur ein wenig überschneidet. Kommt dann auf den Beruf oder die Art der Schule an, natürlich aber auch auf einen selbst und die Menschen, mit denen man interagiert.
Stimmt der Satz jetzt also? "Aufpassen Kinder, wenn man mit der Schule fertig ist, wird man ganz schnell alt, da ist das Leben vorbei."
Eigentlich nicht, ich kenne genug "lebende" Menschen, die im Berufsleben sind. Er sagt einem eigentlich nur, dass man die Schulzeit genießen soll und sich an sich in seinem Leben Zeit für die Dinge lassen soll, die einem Spaß machen und die man nicht sofort wieder vergessen will.
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