"Was ist in dich gefahren?" Bist du verrückt geworden?", schrie mich der Direktor an. Ich schaute ihn nicht an, ich starrte ins Krankenzimmer, welches nebenan war. Da saß er, mit einem Tuch am Kopf und sie klammerte sich an seinen Arm und weinte. Er sah mich, hob eine Hand und fuhr mit den Fingern langsam über seinen Hals. "Hörst du mir überhaupt zu? Was soll nur aus dir werden!" "Er kann froh sein, dass es nur ein Teller war", murmelte ich. "Was sagst du da?", fragte der Rektor laut. Ich antwortete nicht und er schüttelte seinen Kopf. Dann ging er in sein Büro und ließ mich allein. Ein paar Minuten später stand ich draußen im Regen und lief nach Hause. Er hatte irgendwas von meiner Mutter gefaselt, aber wir haben kein Auto.
Es hat sich so gut angefühlt. Den Teller zu werfen. Dieses Geräusch, als er an seinem Kopf zersprungen ist. Sein Schrei, als die Scherben sich in seinen Kopf schnitten. Wie sein Blut über sein schmerzverzehrtes Gesicht lief. "Fühl man sich dann besser?", das Gespräch mit meiner Mutter ging mir wieder durch den Kopf. Und ja, man fühlte sich besser. Ich konnte ih Schaden zufügen, indem ich ihm Schaden zufügte. Aber es war nicht genug. Sie sollte mehr Schmerzen leiden. Nicht nur seelische, sondern auch körperliche. Vielleicht ein gebrochenes Bein oder ein gebrochener Arm?
"Da ist ja unser Weichei! Los, haltet ihn mal fest. Er soll seine Lektion lernen!" Aber ich schaute nicht nach hinten, ich rannte einfach los. "Hey, bleib hier! Wir bekommen dich doch sowieso!" Ich rannte immer schneller, aber sie kamen näher. Schnell rennen konnte ich noch nie. Weswegen ich fünf Minuten später mit Schmerzen am Boden lag. Ich blutete und hatte das Gefühl, als hätten sie mir alle meine Rippen gebrochen. Der Regen spülte mein Blut weg und ließ es im Gulli neben mir verschwinden. Aber niemand kam um mir zu helfen. Die Zeit verging und ich lag weiterhin reglos am Boden, meine Augen gechlossen, mein Körper eng zusammen, sonst wäre ich erfroren. Was auch egal gewesen wäre, niemand hätte um micht getrauert, außer vielleicht meine dumme Mutter.
Aber als ich da so lag, merkte ich, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich musste etwas dagegen tun. Ich konnte es nicht so weitergehen lassen.