Sunday, November 25, 2012

Fast.

Etwas war hinter ihm her, aber er wusste nicht was. Er rannte durch die Straßen, bog in jede Gasse ein und versuchte zu entkommen. Aber die Schritte hinter ihm blieben, er hörte sie und sie wurden immer lauter. Was auch immer hinter ihm her war, kam näher. Es regnete und die Nacht war dunkel, in der Stadt waren nicht viele Laternen und überall blinde Ecken. Er rannte auf die Hauptstraße, keine Autos, alles still. 'Ich muss ein Auto finden', dachte er und sprintete weiter die Straße entlang. Plötzlich kam ein Van aus einer Seitenstraße und er schmiss sich vor das Auto: "STOP!" Der Fahrer hupte nur, hielt nicht und schoss an ihm vorbei. Er hielt ausschau nach der Brücke zum Fluss, er könnte ihn den Fluss springen und entkommen. Keuchend und außer Atem warf er noch schnell einen Blick nach hinten, er sah niemanden mehr. War er in Sicherheit? In Panik schaute er hin und her, versuchte seinen Verfolger zu sehen. Nichts. Außer Atem setzte er sich auf den Bordstein und ließ den Regen auf sich prasseln. Dann kam er, der Verfolger, aus einer der vielen Seitenstraßen. Groß, breit und schwarz gekleidet bewegte er sich schnell auf ihn zu, wollte töten. 'Ins Wasser, ich muss ins Wasser', er sprang und landete im kalten Wasser des Flusses. Er schwamm mit der Strömung, versuchte Distanz zwischen ihn und den Verfolger zu springen, aber der sprang direkt hinterher und hing ihm auch wieder an den Fersen. 'Wenn ich untertauche, sieht er mich vielleicht nicht, es ist viel zu dunkel hier unten', dachte er und tauchte unter, schwamm weiter, schneller. Er machte halt, blickte nach hinten aber konnte nichts sehen. Bis plötzlich ein Körper über ihm wegschwamm, weg von ihm. Er hielt sich fest, noch ein paar Sekunden, dann würde er wieder auftauchen und Luft holen. Neben ihm war eine kleine Treppe, die ans Ufer führte, er griff nach ihr und zog sich nach oben. Die Nachtluft war kalt, seine Kleidung mit Wasser vollgesaugt, aber er war entkommen. Noch immer erschöpft und in Panik lief er schnell die Straße nach oben und setzte sich in eine dunkle Gasse, zwischen Mülltonnen. 'Hier bin ich in Sicherheit, hier findet er mich nicht', dachte er. Aber er lag falsch, sein Verfolger hatte das selbe wie er gemacht, er war ihm die ganze Zeit gefolgt und bog nun auch in die Gasse ein, sah seine Beute zwischen den Mülltonnen, bewegte sich auf sie zu. Sie sprang auf, seine Beute rannte erneut vor ihm weg, aber bald würde sie außer Atem sein, dass wusste er, 'Ich muss ihn nur noch ein bisschen jagen... Wo rennt er hin? In die Fabrik? Perfekt, genau in eine Sackgasse.' Er folgte, hielt immer genug Abstand um ihn nicht zu verlieren.
Die Fabrik war dunkel, keine Lichter. Seine Beute rannte die Treppen hoch, in Richtung Dach. 'Will er sich selbst umbringen?' Der Verfolger schlich hinterher, unsicher über das, was dieser Junge da tat. Er wollte nicht auf das Dach, er wollte irgendwo anders hin, aber wohin nur? Er hatte ihn verloren, er konnte nichts mehr von ihm sehen und alles war schwarz um ihn rum. Der Schlag kam unerwartet, mit einer Eisenstange direkt auf den Hinterkopf. Schmerz schoss durch seinen Kopf, er drehte sich um und sah, wie der Junge wieder weg rannte. 'Das wars.' Der Verfolger sprang auf, holte seine Beute ein, war schon fast dran. Sackgasse, der Junge blieb stehen, drehte sich um. Angst in seinen Augen. "Tjaja, irgendwann kommt es doch zum Ende." Der Junge machte einen Schritt nach hinten, noch einen und dann war er verschwunden. Er viel über das Geländer, nach unten auf den Boden. Man hörte ein dumpfen Aufschlag. 'Oder so', dachte der Jäger und lief raus in die Nacht.

"Aufstehen Matthias, du bist spät dran!"
'Fuck, ich muss mich beeilen', Matze sprang auf und zog sich schnell an. Rannte nach unten in die Küche, nahm sich sein Pausenbrot und ging in Richtung Tür: "Tschau Mum, danke für's wecken!"
"Beim nächsten Mal kannst du selber schauen, wo du bleibst. Pass auf dich auf!"
Er öffnete die Tür und ging in Richtung Bushaltestelle. Sein Handy klingelte, Sarah seine Freundin: "Hey, was ist?"
"Matze, wo bleibst du wieder? Der Bus kommt in zwei Minuten."
"Ich bin doch schon auf dem Weg, bis gleich."
Er legte auf und rannte los. Links in die Straße, rechts und dann gerade aus. Eine Minute, er durfte den Bus nicht schon wieder verpassen. Er würde ihn verpassen. Er bog wieder links in die Straße und die kleine Abkürzung zu nehmen. Das Auto kam unterwartet aus der Einfahrt, er sah es nicht, es war zu spät zum ausweichen.

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