Thursday, February 2, 2012

"Das ist kein Sport. Voll unsportlich. Das kann doch jeder"

Ich wollte ja schon lange einen Post über Sport machen. Eigentlich über meine allgemeine Einstellung. Aber jetzt ist er etwas spezieller.
Er bezieht sich auf meine Leidenschaft und auf die Meinung Unwissender zu meiner Leidenschaft.
Ich rede nicht von Basketball, Fußball oder Handball. Ich rede von Longboarden. Wer nicht weiß, was ein Longboard ist, der soll Google benutzen. Ich werde den Post nicht dazu nutzen es zu erklären. Wann anders vielleicht.

Ich skate (bzw. fahre Longboard) seit fast 2 Jahren. Ich liebe es einfach. Es ist ein tolles Gefühl so viel Kontrolle über das Brett zu haben. Ich weiß genau, wo ich meinen Fuß hinsetzten muss um es zu bewegen, wie ich meine verschiedenen Muskeln einsetzen muss um es zu bewegen und wie ich mein Gewicht verlagern muss um all das zu tun. Es ist auch ein geiles Gefühl, wenn man mit 60 Sachen einen Berg runterfährt und der Wind an einem vorbeigeht. Wundervoll. Deswegen liebe ich diesen Sport einfach.

Ja, es ist ein Sport. Ich habe schon oft genug Leute gehört, die gesagt haben, dass es keiner wäre. Aber wie kommt man auf sowas? Wieso sollte es kein Sport sein? Es ist sogar mehr als ein Sport, es ist ein Extremsport. Es werden Rennen und Contest veranstaltet, auf denen man Preise gewinnen kann. Es gibt Sponsoren, die diese Events und die Rider auf den Events supporten. Auch ich habe einen Sponsor (siehe Profilbild).
Wenn ich es nur schon höre, wenn jemand sagt, dass es kein Sport ist, total unsportlich und einfach wäre, garnicht anstrengend und eben einfach total billig. -Dann könnte ich der Person mein Brett über den Kopf ziehen, damit sie merkt, dass es nicht so ist. Damit sie aufwacht und sieht, dass es eben nicht einfach, unsportlich und nicht anstrengend ist.

Leicht? Stellt euch mal drauf, dann werdet ihr merken, dass es nicht leicht ist. Die Achsen sind nicht wie bei einem Skateboard steinhart eingestellt, dass man kaum lenken kann.
Sie sind ganz anders konstruiert und lenken viel mehr ein. Aber es geht nicht um die Konstruktion.
Also nochmal... Leicht? Die meisten bekommen es nichteinmal hin sich auf ein Skateboard zu stellen, dann bekommen sie es auch nicht ihn ihren Träumen hin sich sicher auf ein Longboard zu stellen. Ich habe durch Videos Blut geleckt und konnte von Anfang an auf den Brettern stehen. Vielleicht muss man das auch können, um überhaupt mit dem SPORT starten zu können.
Bei mir sieht es einfach aus, wenn ich durch die Gegend carve und mal einen Berg runterfahre. Es sieht auch einfach aus, wenn ich durch die Menschenmengen in der Stadt fahre. Aber es ist Übung. Man kann nicht mal eben da draufspringen und durch die Menschenmengen in Stuttgart fahren. Aber wenn man es kann, dann macht es Spaß und man sollte immer wieder darauf achten, was es doch für ein geiles Gefühl ist.

Unsportlich? Ich komme im Sommer nicht vom Treppen hochlaufen verschwitzt zuhause an. Mehr muss ich dazu garnicht sagen. Es ist nämlich alles andere als unsportlich. Es ist auch ziemlich anstrengend. Man braucht extrem gute Körperbeherrschung und eine gute Körperspannung und Balance. Wenn du sowas nicht hast, dann kannst du es gleich vergessen.

Wenn man Longboarden mit Fußball spielen vergleicht, dass ist Fußball spielen die Kacke im Klo. Meine Meinung zu Fußball ist auch ziemlich extrem, denn ich kann es kein bisschen leiden. Es macht keinen Spaß einem Ball hinterher zu rennen und ihn in ein Tor zu kicken. Genauso wenig mag ich irgendwelche anderen Teamsportarten. Wenn man da einen Fehler macht, der einem den Sieg kostet, dann wird man von allen gehatet und steht dumm da. Beim Longboarden ist man selbst für sich verantwortlich. Wenn man einen Fehler macht, dann ist man ganz alleine daran Schuld. In Rennen vielleicht nicht, weil man dort in 2-6 Mann Heats fährt. Aber beim Freeriden eigentlich immer. Außer wieder, wenn man mit anderen fährt.
Es ist aber trotzdem nicht so krass wie beim Fußball.

Longboarder werden auch nicht für Millionen von Euros verkauft, was es nochmal zu etwas ganz anderem macht.

Ich habe durch das Longboarden so viele neue Leute kennen gelernt. Und so viele davon leben einfach so nah an meinem Wohnort, was ich nie gedacht hätte. Wenn man Longboarder ist und unter andere Longboarder kommt, wird man meistens freundlich empfangen und hat wieder ein paar Freunde mehr. Es wird einem auch klar, wie groß die Sportart ist. Man sieht immer mehr, die einem garnicht auffallen, wenn man den Sport nicht betreibt.
Er öffnet einem Türen und gibt einem Wege frei, die man sonst nie begehen könnte.

Ich weiß nicht, wie mein Leben ohne Longboarden aussehen würde und ich bin froh und dankbar es zu machen.

Holt euch also erstmal Infos über etwas, was ihr nicht kennt, bevor ihr schlecht darüber sprecht.
Wahrscheinlich trifft man bei diesem Post auf viel Widerspruch mit anderen zu dem Teil mit dem Fußball spielen, aber das war von Anfang an klar.

Always wear a helmet!

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