Monday, January 7, 2013

"Deine Schuld! DU hast die Tür nicht richtig zugemacht!"

Als ich gestern nach Hause gekommen bin, habe ich wie immer die Wohnungstür zugemacht. Ich hab was gegessen, bin an den PC und dann irgendwann auch ins Bett. Als ich durch den Flur in mein Zimmer bin habe ich gesehen, dass die Wohnungstür offen ist. Meine Katze habe ich seit Stunden nicht mehr gehört, also bin ich bei meinem kleinen Bruder ins Zimmer, der ist aufgewacht und bei meiner kleinen Schwester ins Zimmer. Dort war die Katze nicht. Also bin ich durchs Treppenhaus gelaufen (3-Familienhaus --> Treppenhaus eher klein), hab sie aber auch nicht gefunden. Da das ganze aber schonmal passiert ist, hab ich mir nichts dabei gedacht und bin ins Bett. Als es schonmal passiert ist, war meine Katze am nächsten Tag doch in der Wohnung.
Heute morgen bin ich aufgestanden und habe meine kleine Schwester erstmal weinen hören. Bin aus dem Zimmer, hab gefragt, was los sei und wurde von ihr erstmal angemotzt. Lilly (die Katze) wäre weg und es wäre meine Schuld, weil ich die Tür nicht richtig zugemacht hätte. Ich bin duschen gegangen und dann in die Schule.
Als ich nach Hause kam, hat mir meine Mutter das selbe gesagt, meine kleine Schwester hat nochmal das Treppenhaus durchsucht und ist weinend zurück gekommen. Hat Lilly nicht gefunden und glaubt mittlerweile, dass sie tot ist oder nie wieder zurückkommt. Meine Mutter wollte mit mir reden, weil auch sie glaubt, dass es wegen mir ist. Weil ich eben die Wohnungstür nicht richtig zugemacht hätte. Mein Vater war dabei und er war kein bisschen ernst, er war auch nicht traurig. So wie ich. Meine Mutter hat uns beide herzlos genannt.

Wieso?
Nur, weil ich keine Trauer empfinde, weil unsere Katze weg ist bin ich nicht herzlos. Es hört sich mies an, aber es ist für mich nur eine Katze gewesen, nie etwas besonderes. Ich bin und war immer mehr auf meinen Hund fixiert, als auf die Katze. Die wollte immer nur was von mir, wenn sie hunger oder durst hatte. Sonst kam sie fast nie zu einem. Man konnte nicht wirklich mit ihr irgendwas machen. - Ich muss noch dazu sagen, dass es eine Hauskatze war, wir haben sie nie rausgelassen. Immer, wenn sie auf den Balkon gerannt ist, hat meine Schwester Panik bekommen, sowie meine Mutter auch. - Ich finde es blöd, dass sie jetzt nicht mehr da ist, aber ich bin nicht traurig. Wäre mein Hund weg, wäre ich traurig, sehr sogar. Das wäre für mich, als wäre ein wichtiger Mensch in meinem Leben gestorben und würde nie wieder kommen. - Wie das ist weiß ich nicht, hab noch nie jemanden verloren, der mir nahe stand. - Für meinen Hund empfinde ich diese Liebe, die man zu einem Haustier eigentlich hat. Für Lilly (immer noch die Katze)  habe ich das nie empfunden. Anfangs war sie schüchtern und dann wollte sie nie was von mir wissen.
War ich mal über mehrere Tage weg und bin wieder gekommen, hat mich mein Hund immer überfallen und abgeschleckt. Meine Katze hat nach Essen gefragt und wusste wahrscheinlich gar nicht, dass ich weg war. Ich finde Katzen nicht blöd, aber ich kann zu Katzen keine wirklich enge Beziehung aufbauen. Deswegen finde ich nicht, dass ich herzlos bin.
Ich glaube immer noch, dass Lilly wieder kommt, wenn es ihr draußen zu blöd wird und sie hunger hat. Wenn nicht, dann wird meine Schwester eine neue Katze haben wollen. Lilly war glaube ich drei oder vier Jahre bei uns. Mein Hund zum Vergleich schon fast neun.


Es lässt mich irgendwie völlig kalt.

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