Ich habe letztes Jahr angefangen in der 7. Klasse Nachhilfe zu geben und Anfangs war ich mir nicht ganz sicher, ob ich da auch wirklich gut drin bin und ich wusste auch nicht so ganz, wie man Nachhilfe geben soll. Hab es eben vorher noch nie gemacht, ich hab nur mal in der Hausaufgabenbetreuung geholfen, aber das ist auch wieder was anderes.
Dieses Jahr habe ich noch zwei neue Schüler dazubekommen und außerdem geben wir in Gruppen Freitags Nachhilfe an meiner alten Realschule. Da bekomm ich leider fast nie jemanden ab, aber ich hab unter der Woche zumindest drei private Schüler. Alle drei in Englisch, ist mein bestes Fach und da kann man auch gut und lange helfen. Mit der Zeit bekommt man dann so heraus, was man üben sollte, wie man es üben sollte und wie oft. Ich hab zum Glück immer noch gute Kontakte an meine alte Schule und kann mir da vom Englisch Lehrer der drei immer wieder ein paar Infos holen zum Unterricht und zu den Themen. Auch dazu, wie sich die drei im Unterricht verhalten und ob das bei mir gelernte umgesetzt wird. Auf was ich aber eigentlich hinaus will sind die Tipps, die ich an die habe, die auch Nachhilfe geben oder Nachhilfe geben wollen. So schwer ist es gar nicht. (Alles auf Englisch bezogen!)
1. Zeiten!
Immer erst gucken, welche Zeiten der Schüler drauf hat und immer wieder die wiederholen, die er nicht kann. Zeiten sind verdammt wichtig und wenn man die nicht in den Kopf bekommt und auch kein Sprachgefühl hat, dann sollte man sie dringend lernen. - Je jünger man ist, desto besser lernt man. - Einfach immer mal wieder Zeiten abfragen oder Übungssätze vorlegen (Verb richtig einsätzen etc.)
2. Bildbeschreibung
! Ich fange meine Stunden jetzt immer mit einer kurzen Bildbeschreibung von ein oder zwei Bildern an. Die Schüler lernen dadurch (wie auch sonst), ein Bild zu beschreiben, wozu auch die Begriffe gehören. Ist später in der Eurocom echt wichtig und man kann nicht früh genug üben.
3. Lesen!
Ich lese neben dem Zeug vom Unterricht eine Geschichte mit meinen Nachhilfen, damit die Aussprache der wichtigen Wörter auch richtig sitzt und eben flüssiger gelesen werden kann und nicht mehr alles so stockend und abgehackt läuft. Außerdem kann man sich nach viel lesen die Aussprache der meisten Wörter selber erschließen und ein Sprachgefühl bekommt man auch.
4. Vokabeln lernen!
Immer gucken, welche Vokabeln neu sind, auch unbekannte in Texten erklären. In der Geschichte, die ich lese sind im Text Vokabeln unterstrichen, die unten aufgelistet werden. Ich versuch diese dann immer auf Englisch zu erklären und verrate nicht gleich, was das Wort heißen könnte. Aber wenn die Schüler im Wortschatz hinterherhängen, muss intensiver gelernt werden.
5. Nicht von ganz hinten anfangen!
Hängt der Schüler im Niveau wirklich weit zurück, dann sollte man nicht versuchen ganz hinten anzufangen, dann kommt man nie weiter und er wird auch im Unterricht noch hinterher hängen. Hier wird es also auch schwer für den Schüler, weil er frühere Teile nur kurz wiederholen kann, damit er mit dem Unterricht mitkommt. Einfach dort weitermachen, der Rest kommt dann von alleine wieder zurück.
6. Frei sprechen!
Ich hab meine immer kurz nach dem Wochenende, also kann ich immer mal eben Fragen, was die dort so gemacht haben. Mach ich nach den Ferien auch immer. Dadurch lernen alle drei, sich richtig
auszudrücken und wenn es am Wortschatz hängt, hilft man eben ein bisschen nach. Ab und zu lasse ich auch mal fragen stellen, damit alle lernen, wie man richtig nach dem Gesuchten frägt. Sonst wollen sie irgendwann eigentlich nach dem Weg fragen und fragen was völlig anderes, weil die falschen Worte benutzt werden.
7. "It gives" ist falsch!
Bei allen, die ich bisher hatte, taucht dieser Fehler auf. "It", heißt es und "give" heißt gibt. Also muss es ja "it gives" sein. Nein, eben nicht. Ich verklicker es meinen so, dass man sich denken soll "Dort sind". Dann klappt es und sie sagen "There are". Sonst kommt "There give it" dabei raus. Wortwörtliches übersetzen klappt nicht.
8. Grammatik!
Ist ja eigentlich ganz logisch. Die Grammatik, die in den Bücher kurz vorkommt ausführen, wie zum Beispiel Passiv oder Conditional. Kann immer wieder gebraucht werden und ist wichtig.
Passiv hab ich geübt mit Aktiv in Passiv und andersrum. Dazu immer noch ein paar Sätze zur jeweiligen Zeit an sich, mit Bildung, damit die auch drin ist.
9. Wird auch gelernt, wenn man nicht da ist?
Lernt der Nachhilfeschüler nicht außerhalb der Stunden und benimmt sich im Unterricht nur daneben, dann bringen die Nachhilfestunden nichts und man kassiert nur Geld ein ohne etwas zu tun. Irgendwann kommen dann die Eltern auf einen zu, weil der Sohn doch noch mit schlechten Noten nach Hause kommt. Tja, wenn eben nicht gelernt wird, sondern immer nur darauf gewartet wird, dass der Nachhilfelehrer kommt, dann wird aus den besseren Noten auch nichts. Ich bin nicht einer, der Bücher mit Wissen in den Kopf der Schüler pflanzt und dann alles drinnen bleibt. Es muss selbst gelernt und wiederholt werden.
10. Portfolios selber schreiben lassen und früh genug damit anfangen!
Eine Freundin schreibt die Portfolios immer zusammen mit ihren Schülern, aber ich lasse es mir zuschicken und kontrolliere+bespreche es dann (wichtig, damit die Schüler wissen, wo die Fehler sind und warum). Ich bin nicht dafür da, das Portfolio zu machen, die sollen selbstständig arbeiten und mir was bringen. Am besten auch einen Monat vor der Abgabe, damit man es dem Lehrer auch nochmal geben kann und es auch wirklich gut ist. Beim einen kam eine 1,2 raus und der andere hatte eine 1,5.
11. Nicht zu sehr als Freund rüberkommen!
Man sollte nicht den strengen Lehrer spielen aber auch nicht zu sehr einen auf guten Freund machen, dann ist nämlich schnell der Respekt bei solchen kleinen weg und sie denken, dass sie sich alles erlauben können --> Nachhilfestunden sind weniger effektiv.
So, mehr fällt mir im Moment nicht ein.
Fragen? Kritik? Sachen, die noch wichtig sind?
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