Ich habe mal an Gott geglaubt. Als kleines Kind habe ich auch die Kinderbibel von meinen Eltern bekommen und sie ganz durch gelesen. Ich mochte die Geschichten, gerne in den Gottesdienst ging ich trotzdem nicht.
Aber der Fakt ist, dass ich an Gott glaubte. Ich glaubte daran, dass da oben im Himmel etwas ist, was über uns wacht. Zu dem man sprechen kann, wenn man Probleme hat. Etwas oder eher jemand, der für einen da ist und einen immer begleitet. Egal, welchen Weg man geht. Jemand, der vergibt.
Ich betete oft als kleines Kind. Dass morgen alles so sein soll, wie heute. Dass meine Freunde und meine Familie gesund bleiben soll und das ich gesund bleiben soll. Dass keine schlimme Katastrophe passieren soll.
Krank wurde ich trotzdem mal und dann sagte ich mir, dass Gott bestimmt nur beschäftigt war und sich bei mir entschuldigen wird, in dem er mich schnell wieder genesen lässt.
Da ich wieder gesund wurde, glaubte ich weiterhin an Gott.
Dann kam mit 12 die Zeit, in der ich den Konfirmandenunterricht besucht habe. Einige haben es nur wegen dem Geld gemacht, aber ich machte es, weil ich an Gott glaubte.
Aber ist der Unterricht nicht dazu da, den Glauben an Gott zu stärken und zu verfestigen? Mein Glaube sank eher und wurde schwächer. Ich hörte auf zu beten und hatte meine Zweifel an Gott.
Dann mussten wir kurz vor unserer Konfirmation eine Minipredigt halten. Ich hielt meine mit einer Freundin zu Römer 8, 38+39.
"Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn."
Meine Predigt war wohl ziemlich gut, denn unsere Lehrerin war begeistert und auch die Gemeinde schien zu gut zu finden, als ich fertig war.
Dann kam die Einsegnung und ich wurde mit Adrian angesegnet. Wir haben ein Kreuz bekommen, dass uns an Gott binden soll. Das Kreuz habe ich immer noch. Ich hing es in mein Zimmer mit dem Glauben an Gott.
Aber nicht lange nach meiner Konfirmation hörte der Glaube auf. Er war einfach nicht mehr da. Für mich gab es keinen mehr, der im Himmel ist und über uns wacht. Jemand, der vergibt und unsere Schuld auf sich nimmt. Daran glaubte ich nicht mehr und daran glaube ich auch jetzt nicht.
Wir haben unsere Fehler selber zu verantworten. Niemand kann sie von uns nehmen und uns davon befreien, denn wir sind die, die Schuld daran haben und alleine wir müssen diese Schuld auf uns nehmen. Ja, es wird jemanden geben, der uns vergibt, aber nicht Gott, sondern jemand, der existiert. Der für mich existiert und vor dem ich meine Schuld und meine Fehler zu verantworten habe.
Ich glaube nicht daran, dass Gott zu einem spricht, wenn man betet und ihn um etwas bittet. Etwas, was es nicht gibt, kann nicht zu einem sprechen und einem dabei helfen, seine Probleme zu beheben.
Ich habe früher versucht, Gott von meinen Problemen erzählt. Aber er hat sie nicht gelöst, dass habe ich selber gemacht. Nicht mit seiner Hilfe, sondern mit meinem Verstand und mit mir ganz alleine. Und so ist es auch heute noch. Mit dem einzigen Unterschied, dass ich mir die Hilfe von bestimmten Personen hole
Ich rede mit Menschen, die mit Rückmeldung geben können. Alleine schon etwas nieder zuschreiben hilft mir schon, aber es hilft mir noch mehr, wenn man mir Rückmeldung geben kann. Ohne diese Rückmeldung würde ich wahrscheinlich eine Vielzahl an Problemen nicht lösen können. Aber Gott könnte mir so etwas nicht geben. Weil es ihn nicht gibt.
Ich glaube nicht an Gott.
Ich glaube nicht an den Himmel.
Ich glaube nicht an die Hölle.
Ich glaube nicht an den heiligen Geist.
Ich glaube nicht an Jesus Christus.
Ich glaube nicht daran, dass man nach seinem Tod ein Leben im Himmel haben wird.
Ich glaube nicht daran, dass Jesus Christus am Kreuz gestorben ist um für unsere Sünden zu sterben.
Ich glaube nicht daran, dass Jesus Christus nach drei Tagen auferstanden ist.
Ich glaube nicht daran, dass er in den Himmel gefahren ist.
Ich bin wohl ein Atheist und ich werde wohl auch immer einer bleiben.
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