Da war ich heute Mittag so auf Tumblr, weil es draußen viel zu heißt ist und dann sehe ich das hier.
Wenn ich so drüber nachdenke, dann sehe ich, wie sehr ich mich in den letzten Jahren verändert habe. Wenn ich mal zurückblicke, habe ich vor ein paar Monaten oder Jahren ganz anders geschrieben, hatte andere Einstellungen und war einfach ein bisschen etwas anderes. Aber es fällt einem selber gar nicht so wirklich auf, weil man nicht so sehr darauf achtet. Lese ich mir altes Zeug von mir durch, dann sehe ich, wie viel anders ich jetzt schreibe. Gucke ich mir jetzt an, welche Einstellungen ich zu gewissen Dingen vor Monaten oder Jahren hatte, dann sehe ich, wie viel anders die doch geworden sind.
Eine Freundin hat mir schon ein paar Mal gesagt, dass ich unglaublich rassistisch wäre, wenn mich ein gewisser Lehrer nicht auf die richtige Schiene gebracht hätte. Wie sie darauf kommt, weiß ich nicht genau. Ob es stimmt, weiß ich auch nicht. Aber ich habe meine ganze Kindheit schon mit "Ausländern" verbracht und glaube es daher nicht so sehr. Wie sich meine Einstellung gegenüber "Ausländern" verändert hat, weiß ich aber auch gar nicht, weil es mir nicht auffällt.
Andere machen einem zu dem, was man heute ist und man selbst trägt nur einen kleinen Teil dazu bei. Die eigene Entscheidung spielt dabei die größte Rolle, ob man sich einer gewissen Einstellung anschließen. Die Einstellung selbst kommt von anderen und man entscheidet sich, ob man Sachen genauso sehen will oder eben nicht. Man wechselt Freunde, es gehen Menschen aus dem eigenen Leben raus und es gehen andere wieder herein. Sie hinterlassen ihre eigenen kleinen Spuren, die einen selbst verändern und zur innerlichen Entwicklung beitragen. Ist man länger mit jemandem befreundet gewesen und hat in einer anderen Welt "gewohnt", dann lernt man oft erst nachträglich etwas daraus. Dann sind die Spuren zwar da, aber man sieht sie gar nicht auf den ersten Blick, sie fallen einem erst hinterher auf und dann geht man ein Stückchen zurück und guckt sich an, was diese Spuren eigentlich gemacht haben.
Auch jetzt sind in meinem Leben Menschen da, die immer wieder Spuren hinterlassen und ein paar leben auch ein wenig in meiner Welt. Manche mehr, manche weniger, aber alle ein Stück weit. Vielleicht hat dieser gewisse Lehrer mich dazu gebracht, dass ich nicht rassistisch bin. Wer weiß.
Es muss für andere unglaublich interessant sein, wenn sie sehen, wie sich andere innerlich weiterentwickeln und sie selbst einen großen Teil dazu beitragen. Noch besser, wenn die Entwicklung positiv verläuft.

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