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„Du kommst mitten in der
Nacht nach Hause und dann auch noch betrunken? Herr Gott, wo warst
du, wir haben uns Sorgen gemacht! Haben sie dich dazu gezwungen zu
trinken, haben sie dir weh getan? Rede doch mit uns.“
Ich saß auf einem Stuhl im
Wohnzimmer, völlig betrunken und meine Eltern standen vor mir. Meine
Mutter völlig geschockt und mein Vater ebenso: „Nein, lasst mich.
„Sie“ haben mich nicht abgefüllt, ich wollte das so. Ich habe
selber getrunken, es macht Spaß. Solltet ihr vielleicht auch mal
machen, dann wärt ihr lockerer.“
„Was ist in dich gefahren?
Wie redest du denn?“
„Lass ihn Schatz, er ist
völlig betrunken, er weiß nicht, was er redet.“
„Ich weiß nicht was ich
rede? Ich weiß sehr wohl, was ich rede und ihr beide habt mir gar
nichts zu sagen. Lasst mich jetzt auf mein Zimmer, ich bin müde!“
Was sie dann noch sagten
weiß ich nicht mehr genau, aber ich ging auf mein Klo und kotzte.
Was wollten die eigentlich von mir? Ich hatte nur meinen Spaß mit
meinen neuen Freunden, so macht man das eben. Trinken war in einer
solchen Gruppe ganz normal und der Alkohol war auch gar nicht mal so
schlecht, mir schmeckte es noch nicht so gut, aber die anderen sagten
mir, dass das noch kommen würde. Alkohol würde am Anfang immer
scheiße schmecken und irgendwann würde man ihn dann wie Wasser
trunken und Vodka oder Rum würde auch nicht mehr in der Kehle
brennen. Ob das Kotzen normal war, wusste ich aber nicht. Aber neben
der Tatsache, dass ich über der Kloschüssel hing und den Gestank
meiner Kotze im Gesicht hatte, ging es mir gut und ich war immer noch
glücklich und konnte es auch kaum fassen, endlich Freunde zu haben.
„Geht es dir gut mein
Kleiner?“
„Verschwindet, mir geht es
super!“, rief ich meinen Eltern zu, sie standen vor der Tür und
machten sich Sorgen. Aber auch sie mussten sich an mein neues Ich
gewöhnen. Ich war nicht mehr der kleine, brave Sohn, der den ganzen
Tag lernt und die besten Noten in der Schule schreibt.
„Wir kommen jetzt rein“,
sagte mein Vater durch die Tür.
„Nein bleibt einfach
draußen, ich will euch hier nicht haben. Wieso müsst ihr euch immer
überall einmischen? Geht einfach schlafen, ihr müsst morgen
arbeiten.“
„Und du musst morgen in
die Schule“, es war meine Mutter.
„Jaja, ich gehe auch in
die Schule, ich stelle mir meinen Wecker. Könnt ihr mich jetzt in
Ruhe lassen?“
Sie sagten nichts mehr, aber
sie waren auch nicht mehr vor der Tür. Ich übergab mich noch ein
letztes Mal und ging auch in mein Zimmer, meine Mutter weinte. Aber
das war mir egal, sie würde sich noch daran gewöhnen. Meinen Wecker
stellte ich und dann schlief ich auch schon ein. Alkohol macht müde.
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