Sunday, June 17, 2012

Eine Geschichte #1

Ich habe es geschafft, ich habe endlich wieder was schreiben können. Eine Freundin hat mir eine Idee gebracht und ich sitze gerade dran. Einen Titel habe ich aber noch nicht.
Aber ich mache es jetzt so, dass ich pro Tag immer ein bis zwei Teile von der ganzen Geschichte veröffentliche. Sie wird nämlich nicht am Stück ablaufen, sondern sozusagen in Kapitel unterteilt sein, aber ich bevorzuge "Teile". Ein Kapitel ist an sich eigentlich länger, aber nennt es, wie ihr wollt. Heute der eine Teil, morgen kommt dann mehr. Ich mache es auch so, weil das ganze am Stück viel zu lang wäre und es sich daher anbietet, es einfach zu unterteilen. Wenn alles fertig ist, werde ich aber auch noch einen Post machen, in dem ich alle Teile verlinken werde.
Und übrigens wird das hier nicht das Hauptprogramm, ich werde auch noch andere Texte schreiben, wenn Ideen kommen. Seid gespannt.

*

„Los! Mach endlich!“, schrien sie alle, als ich oben auf der Brücke stand. Ich sollte runter in den Fluss springen, 30 Meter nach unten, sie nannten es eine Mutprobe. Eine Mutprobe dafür, dass ich in ihre Gruppe kann. Ich musste da rein, ich war ein nichts und ich wollte jemand sein. Dazu gehören, ein Leben haben und mein Streber Image loswerden. Ich saß immer den ganzen Tag zu Hause, sollte lernen, damit ich ja gute Noten in der Schule schreibe. Es hat sich auch bewährt, ich schrieb nur die besten Noten, aber Noten machen keine Menschen. Freunde hatte ich nicht, ich war nie draußen, immer nur in meinem Zimmer. Aber in diesem Moment, als ich auf der Brücke stand, dachte ich, dass sich alles ändern würde. Dass ich endlich jemand sein werde, jemand mit Freunden und jemand mit einem echten Leben. „Jetzt spring!“, riefen alle. Sie standen unten auf einem kleinen Feldweg neben dem Fluss. Ich blickte in den Himmel, schloss meine Augen und verabschiedete mich von meinem alten Leben und setzte den ersten Schritt in mein Neues, ich sprang. Während ich fiel, lief nochmal alles Alte an mir vorbei. Aber ich bereute es nicht, da noch nicht.
„Yeah! Du hast es geschafft Alter!“, sie bejubelten mich, klopften mir auf meine klitschnasse Schulter und ich war glücklich. Mir war kalt, alles war nass, aber ich hatte ein dickes Grinsen auf dem Gesicht. In dem Moment dachte ich einfach nur, dass jetzt mein neues Leben beginnen würde. 
„Jetzt bist du einer von uns, Glückwunsch Matze. Richtig gut gemacht, aber beim nächsten Mal machst du schon einen Salto, klar?“
„Auf jeden Fall, aber nur, wenn du mitmachst!“
„Hey, ich bin der Boss und ich sage, was gemacht wird. Meinst du etwa, dass du hier was zu sagen hast? Wenn ja, dann kannst du gleich wieder verschwinden.“
Der Boss, Leon kam näher und ich konnte seinen Atem spüren. Aber ich starrte nur auf den Boden: „Zu Befehl Chef.“
„Nimm dich nicht so Matze, war doch nur ein Spaß! Jetzt gehen wir erstmal einen trinken. Ich hab uns extra was besorgt! Außerdem ist der Abend noch jung, es ist erst sieben Uhr.“
Ich nickte nur und lächelte wieder, ich war glücklich. Es war mir in dem Moment auch völlig egal, dass ich um acht hätte zu Hause sein sollen. Das hätte ich meinen neuen Freunden auch nicht sagen können, die hätten mich ausgelacht und dann wäre ich draußen gewesen. Ich war einfach nur überglücklich.

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