Sunday, June 24, 2012

Eine Geschichte #6

Teil 1 --> Teil 2 --> Teil 3 --> Teil 4 --> Teil 5

*


„Hallo, hier bei Kumper.“
„Hallo Frau Kumper, hier ist Matthias Klassenlehrerin, Frau Schein.“
„Ach guten Tag Frau Schein,was gibt es denn so dringendes, dass sie mich anrufen? Ist etwas mit Matthias?“
„Ich befürchte ja, Frau Kumper. Er war heute nicht in der Schule und das kam bis jetzt noch nie vor. Sie haben immer angerufen, wenn er mal krank war.“
„Wie, er war nicht in der Schule? Wie kann das denn sein? Er hat sich seinen Wecker gestellt, gestern Abend noch. Er ist auch nicht hier.“
„Das ist merkwürdig, sie sollten sich auf die Suche nach ihrem Sohn machen, aber ich muss Schluss machen. Viel Erfolg Frau Kumper, rufen sie mich an, wenn er wieder aufgetaucht ist, ja?“
„Auf jeden Fall, vielen Dank Frau Schein.“
Frau Kumper legte auf und musste anfangen zu weinen. Sie war schon immer sehr sensibel gewesen und machte sich immer sehr große Sorgen um ihren Sohn. Ging es ihm nicht gut, nahm sie sich immer frei und sorgte sich so lange um ihn, bis er wieder gesund war. Doch bis jetzt ist ihm noch nie etwas passiert, er ist immer zur Schule gegangen und er war auch immer pünktlich zuhause. Außer dieses eine Mal, als er betrunken Mitten in der Nacht nach Hause kam. 'Aber sie haben ihn abgefüllt, das war nicht er. Diese blöden Jugendlichen', dachte sie.
„Was ist los?“, Herr Kumper kam und setzte sich neben seine Frau.
„Matthias war heute nicht in der Schule. Ich weiß nicht wo er ist, er ist doch sonst nie so. Was ist denn nur los mit ihm, was haben diese Jugendlichen jetzt wieder mit ihm angestellt?“, sie brach in Tränen aus, „sie geben ihm bestimmt wieder Unmengen an Alkohol, wir müssen ihn finden. Wir müssen die Polizei rufen.“
Herr Kumper nahm sie in den Arm und versuchte sie zu beruhigen: „Ganz ruhig, er taucht schon wieder auf. Es wird nur eine Phase von ihm sein, mach dir keine Sorgen. Ihm wird schon nichts zustoßen. Er kommt bestimmt bald wieder.“
Man hörte, wie ein Schlüssel in die Haustür gesteckt wurde. Die Tür öffnete sich und Matthias kam herein. Er blickte auf den Boden, sagte nicht Hallo und rührte sich auch nicht vom Fleck. Die Haustür viel zu.
Frau Kumper stand auf und ging auf ihren Sohn zu: „Wo bist du gewesen?“ Sie umarmte ihn.
„Lasst mich in Ruhe, geh weg. Ich will alleine sein.“ Er stieß seine Mutter von sich und ging die Treppen hoch, in sein Zimmer. Man hörte, wie der die Tür zuknallte. Seine Mutter war ganz ruhig, sie sagte kein Wort, aber die Tränen flossen ihr Gesicht runter.

No comments:

Post a Comment